KID Berg

 

Seit 1999 ist die Bergwacht Bayern im Bereich der Psychosozialen Notfallversorgung (> PSNV) aktiv. Die rettungsdienstlichen Besonderheiten bei Unfällen im Gebirge führten zur Gründung des Kriseninterventionsdienstes KID-Berg.

Im KID-Berg arbeiten erfahrene Bergwachtfrauen – und Männer zusammen, die eine qualifizierte Zusatzausbildung durchlaufen haben. Die Ausbildung und Arbeitsweise im Einsatz entspricht gesicherten psychotraumatologischen Erkenntnissen. Der KID-Berg betreut Angehörige, Tourenpartner und Augenzeugen von verunfallten/ver-missten Personen. Damit tragen die Spezialkräfte auch zur Entlastung der Einsatz-kräfte bei. Eine weitere Aufgabe ist auch die Stressbearbeitung nach belastenden Einsätzen (SbE) für die Einsatzkräfte der Bergwacht. Der KID Berg wird durch die Einsatzleiter der Bergwacht Bayern über die Rettungsleitstellen alarmiert.

Spezialausrüstung für Lawineneinsätze

 

K-Anhänger oder K-Züge (K steht für „Katastrophe“): Anhänger für Lawineneinsätze

 

Bereits im Jahre 1973 hatte das BRK-Präsidium in Garmisch-Partenkirchen einen K-Anhänger stationiert. In diesem lagerten Lawinensonden, Lawinenschaufeln, Beatmungsgeräte, Scheinwerfer mit Stromaggregat und Arztkoffer, fahrbereit für größere Einsätze.

Mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren, aber auch mit beträchtlichen Eigenleistungen wurden im Jahre 1976 an fünf Stützpunkten im Alpenraum sogenannte Bergwacht-Katastrophen-Züge eingerichtet. Stationiert wurden ab diesem Zeitpunkt die „Katastrophenanhänger“ damals in Berchtesgaden, Schleching, Schliersee, Garmisch-Partenkirchen und Sonthofen.

 

In den Jahrzehnten nach 1976 waren diese „K-Anhänger“ einer ständigen Evaluation unterworfen:

Moderne Ausrüstungsgegenstände wie Verschüttetensuchgeräte (VS-Geräte, auch „Lawinen-Piepser“ genannt), Lawinen-Airbags und vieles mehr ergänzten zunehmend das Equipment. Im Zuge der Stukturreform der Bergwacht Bayern, die Anfang des 21. Jahrhunderts begann, wurde die Ausrüstung/Ausstattung dieser speziellen Stützpunkte weiter professionalisiert.

 

Heute ist der Stützpunkt für Lawineneinsätze in Schliersee, dank zahlreicher, auch von ehrenamtlichen Einsatzkräften, geleisteter Stunden auf dem neusten Stand der Technik. Die Gerätschaften stehen jederzeit einsatzbereit auch anderen Bergwachten für Lawineneinsätze zur Verfügung.

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In naher Zukunft sind Veränderungen angedacht, wie zum Beispiel die Ergänzung der Spezialausrüstung durch eine Dampfsonde:

Die Dampfsonden, die von Glaziologen bei der Gletschermessung entwickelt wurden, und von der Bergrettung in unserem Nachbarland Österreich bereits seit einigen Jahren eingesetzt werden, schmelzen drei Zentimeter große Löcher ins Eis. Eine Kanalkamera liefert den Rettungseinheiten dann Bilder.

„Damit ersparen wir den Rettern viel Arbeit, weil wir auf Bildschirmen sehen können, ob sich Kleidungsstücke, oder andere Gegenstände unter dem Schnee befinden“, berichtete Peter Veider, Geschäftsführer der Bergrettung Tirol, in einem Interview gegenüber dem ORF am 24.01.2017.

Damals waren Spezialisten der Tiroler Bergretter bei dem schweren Lawinenunglück in den Abruzzen im Einsatz. (Quelle: tirol.ORF.at, 24.01.2017)

Peter Ladstätter von der Bergrettung St. Jakob im Defereggental, Spezialist im Umgang mit der Dampfsonde, erklärt: „Um 2,5 Meter tief in den gepressten Lawinenschnee zu graben, brauchen zwei Schaufler 40 Minuten. Die Dampfsonde schafft pro Minute drei Meter“ (ebd.).

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